Schule, Ausbildung, Studium & Beruf

Hier berichten euch Frauen über die Herausforderungen in ihrem Schul-, Ausbildungs-, Studien- oder Berufsalltag und was Gott für großartige Wunder getan hat. 

Meine Schullaufbahn begann damit, das bei mir eine Lese-Rechtschreibschwäche (leichte Form der Legasthenie) und eine visuelle Wahrnehmungsschwäche festgestellt wurde. In der Grundschulzeit musste ich zusätzliche Kurse an einer Sonderschule absolvieren und meine Noten waren mäßig gut. Als es um den Schulwechsel ging, riet man meinen Eltern mich nicht auf ein Gymnasium zu schicken. Ich wollte aber unbedingt. Leider wollten meine Wunschschulen mich aber nicht und ich wurde an eine Schule verwiesen die keinen guten Ruf hatte und die eigentlich schon dabei war geschlossen zu werden, da sie immer weniger Anmeldungen hatte. Auch wollte niemand diese Schule leiten. Meine Mutter hatte damals alles versucht damit ich nicht dort hin muss. Auf dem Weg zu einem weiteren Gespräch hatte sie einen Autounfall. Ihr wurde klar: Gott will mich an dieser Schule. 

 

Ich war so traurig damals, dass ich an diese Schule musste und nicht mit meiner Freundin auf die Wunschschule gehen durfte. Im Nachhinein hat sich gezeigt das es das Beste war, was mir passieren konnte. Mehr als 90% der Schüler hatte einen Migrationshintergrund. Wer nicht negativ auffiel, fiel schon positiv auf und da die meisten Schüler aus einer muslimischen Familie stammten, konnte ich meinen Glauben frei leben, da sich einige Werte überschneiden (Thema Alkohol, Sex vor der Ehe, angemessene Kleidung...). Mit jeder Klassenstufe wurde ich ehrgeiziger und besser in Schule, soweit meine Einschränkungen es zuließen. 

Am Ende stellte sich nicht mehr die Frage ob ich Abitur mache, sondern mit welchem Notendurchschnitt. 

Am Abend vor der Bekanntgabe der Noten lag ich im Bett und sprach mit Gott. Ich rechnete aus, was das best mögliche Ergebnis sein könnte, wenn meine Prüfungen best möglich gelaufen waren. Ich kam beim rumrechnen auf das Ergebnis 1,9. Ich redete auf Gott ein. Ich verwies auf 

Psalm 20:5-6 

Er gebe dir, was du von Herzen wünschst, was du dir vorgenommen hast, lasse er gelingen!

 

Ich sagte zu Gott:“Herr, wenn du mich wirklich die 1,9 gelingen lässt, stelle ich mich am Sonntag vorne in den Gottesdienst und gebe Zeugnis davon“ Ich weiß nicht warum es mir so wichtig war, aber in dieser Nacht habe ich mit Gott darum gerungen. 

 

Doch Gott wollte mir zeigen, dass bei ihm nichts unmöglich ist. Statt 1,9 hatte ich 1,8. Für mich lag dies so außerhalb meiner Möglichkeiten und ich wusste das Gott mir das geschenkt hat. 

 

Also löste ich am Sonntag mein Versprechen ein und erzählte das alles im Gottesdienst! Gott hat mir dieses Abitur geschenkt. Ich in meiner Beschränktheit hätte das nie geschafft. Gott ist größer und wenn wir die Dinge in seine Hände legen, kann er mehr daraus machen als wir glauben. 

 

Das Schönste kommt aber erst noch: Bei uns in der Gemeinde gab es in dieser Zeit eine Selbsthilfegruppe für Suchtkranke. Sie hörten mein Zeugnis auch. Im Nachhinein wurde mir erzählt das einige nach meinem Zeugnis sagten, dass wenn Gott mir dieses Abitur schenken kann, dann schaffen sie das auch! 

 

Da kamen mir die Tränen! Mein Abitur ist heute (10Jahre später) völlig unwichtig (habe nicht mal studiert). Aber diesen Menschen hat meine Erfahrung mit Gott Hoffnung, Motivation und Vertrauen in Gott gegeben. Was kann es schöneres geben, als zur Ehre Gottes zu leben! Ich möchte dir Mut machen auch Zeugnis zu geben, du weißt nie, wessen Leben bereichert werden kann! 

Franziska (29, aus Berlin)

Du hast Fragen an Franziska? 

Befindest du dich in gleicher oder ähnlicher Situation? 

Dann lass es mich wissen. Nutze hierfür bitte das Kontaktfeld auf der Startseite.

©2020 Meine Zeit mit Gott by Josefine Reider