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  • Josefine Reider

Kinder erziehen auf biblischer Grundlage - verrückt oder ein Segen?

Aktualisiert: 9. Juni 2020


Stöbert man die Erziehungsratgeber quer Beet durch, was findet man? Verwirrung! Pure Verwirrung... Nun muss ich trotzdem sagen: ich habe Klarheit in der Erziehung meines Kindes gefunden. Wie das möglich war? Das verrate ich dir hier.



Bevor ich in das Thema "Erziehung auf biblischer Grundlage" einstieg musste ich mir echt einige grundlegende Fragen beantworten& ich rate dir, wenn du noch auf der Suche nach "der" wahren Erziehungspädagogik bist, auch den ein oder anderen Gedanken darüber zu machen:


1. Welche Ratgeber ziehe ich zur Beantwortung meiner Fragen hinzu?

Hierbei ist es wichtig zu wissen, wohin du erziehen willst? Für mich war eines von Anfang an klar: Unabhängig von den tollen Modellen und empirischen Statistiken aus meinem Lehramtsstudium, wo ich auch echt viel wertvolles über Entwicklungspsychologie&co. lernen durfte, wollte ich primär aus dem Wort Gottes meine Tipps für eine erfolgreiche Erziehung ziehen. Und warum? Weil ich glaube, dass Gott, der uns geschaffen hat, am besten weiß, was gut und was nicht gut für uns ist. Darüber hinaus benutze ich selbst auch Literatur, die mir hilft, bestimmte Entwicklungsschritte von Kindern besser zu verstehen. Wichtig ist mir eins: wenn ich neben der Bibel Sekundärliteratur benutze, dann soll diese das Wort Gottes nicht wiederlegen, sondern untermauern und stützen, sonst entspricht es nicht der Wahrheit - das sind sogenannte Irrlehren. Daher kommt auch diese Verwirrung.


2. Welcher pädagogischen Richtung folge ich?

Heutzutage gibt es mehr als genügend pädagogische Ansätze - psychologische, philosophische, soziokulturelle, ... was haben alle gemeinsam? Sie sind alle kulturell und zeitlich bedingt, also den temporären Bedingungen und Bedürfnissen unterworfen. Das Wort Gottes hingegen ist universell und unabhängig - es ist von keinem Menschen gemacht, sondern vom Schöpfer höchst persönlich gegeben.


3. Wie sehe ich den "Menschen"?

So vielfältig die pädagogische Landschaft, so zahlreich sind auch die vorgeschlagenen Menschenbilder - die Annahme, wie der Mensch funktioniert und wie er erzogen werden kann. Mal ist er frei, nur seinem eigenen Verstand verschuldet, und dann wieder determiniert. Hin und her, so siehts aus. Da soll sich mal einer durchsehen?! Wer in der Bibel genauer sucht, findet auch. Der Mensch steht nicht an höchster Stufe der Pyramide.


4. Wer ist verantwortlich zu erziehen?

Gott gibt uns, den Eltern die primäre Erziehungsverantwortung. Als Kinderdienstleiterin weiß ich: dieser Dienst, gleichfalls der Jugenddienst, hilft und unterstützt die Eltern in ihrem göttlichen Bildungsauftrag, aber er entlässt sie nicht dieser Verantwortung. Will heißen: Kindergarten, Schule, Kinder- und Jugenddienste, ... ergänzen bestenfalls die häusliche Erziehung, aber zunächst sind die Eltern dafür verantwortlich.


5. Was sind meine Erziehungsziele?

Dazu möchte ich A. Mauerhofer rezitieren, der in seinem überaus empfehlenswerten Buch "Pädagogik auf biblischer Grundlage" (**unbezahlte Werbung, da Namensnennung& Produktname**) auf drei übergeordnete Ziele eingeht:

1. Die Hinführung des Kindes zu Jesus

2. Der Umwandlungsprozess ins Bild Gottes

3. Die Einführung des Kindes in die Gemeinde

Diese großen Ziele werden durch zahllose weitere und sehr wichtige Ziele ergänzt: was wünschen wir Eltern uns am sehnlichsten, wenn wir unsere Kinder mit der Volljährigkeit aus dem Haus entlassen? Ich möchte, dass meine Tochter bis dahin eine reife, selbstbewusste Persönlichkeit entwickelt hat. Sie soll wissen, dass sie eine gewollte, geliebte und angenommene Königstochter Gottes ist, die einen unbeschreiblichen Wert in sich trägt und das nach außen repräsentiert.


Doch was kostet uns das als Eltern?...


Liebe Eltern, liebe Mutter, lieber Vater, liebe werdende Mama, lieber werdender Papa,


ein paar Zeilen besonders an dich. Als erstes werde dir bewusst: Du wirst nicht die perfekte Mutter oder der perfekte Vater sein. Vergiss es gleich. Es ist sinnlos. Du enttäuscht dich nur selbst unter diesem selbstgewählten Druck und deine ganze Umgebung wird darunter leiden. Nimm dir als Ziel, deinen Kindern zu zeigen, wo der perfekte Vater ist. Nämlich Gott. Wer erziehen möchte, der muss selbst noch ein Mal ein paar Jahre zurückkehren. Zurückkehren in die eigene Kindheit und Jugendzeit. Kinder bekommen heißt selbst wieder in die Gefühls- und Gedankenwelt der Kinder einzutauchen. O Gott, wie schwer es uns doch mittlerweile fällt. Dabei waren wir doch alle mal so... ja? So nervig? So laut? Liebe (werdenden) Eltern: Bitte hört auf solche Fragen an eure Kinder oder in Gedanken an euch selbst zu stellen: Kinder müssen ernst genommen werden. Stellst du diese herabwertende Frage: "Waren wir auch so ..." zeigt das nur, dass du diesem oder jenen Verhalten nur Verachtung und Spott schenkst.

Mache dir gemeinsam mit deinem Partner bewusst, wenn nötig schreib es dir auf, wie und wohin du erziehen willst und wie und wohin überhaupt nicht? IHR ALS ELTERN SEID DAS PRÄGENSTE VORBILD. Kinder lernen nach dem Beobachtungs-Nachahmungs-Prinzip. Dein Handeln und Reden muss konform sein mit deinen Ansprüchen an das Kind. Willst du dass dein Kind respektvoll mit dir redet? Dann zeig es ihm! In allen Lebensbereichen muss dein Kind sich an dir als Vorbild orientieren können. Werteüberzeugungen können nur übernommen werden, wenn du sie vorlebst, und nicht, wenn du nur davon redest.

Für mich ist es wichtig an dieser Stelle noch ein mal etwas ganz bewusst anzusprechen: Fehler und Versagen gehören zum Lernen in jede Kindheit. Viel wirkungsvoller als dein Rumgeschreie ist, wie ihr gemeinsam mit dem Kind Probleme löst. Das wird Vertrauen erzeugen. Das Kind wird nicht Angst vor dem Versagen haben, sondern zuversichtlich eine Lösung versuchen zu finden. Außerdem hat jedes Kind ein Recht darauf, um Vergebung gebeten zu werden. Machst du einen Fehler oder verhälst du dich nicht richtig? Dann bitte dein Kind um Vergebung und entschuldige dich aufrichtig.

Als Eltern muss man bewu