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  • Josefine Reider

Erfolgreich Evangelisieren

Jesus spricht in Markus 16:15: "Geht in alle Welt und verkündigt die gute Botschaft!"

Nun ja, mal ehrlich: so einfach ist das nicht, oder? Ich habe mit den Jahren im Glauben gemerkt, dass es tatsächlich echt leichter gesagt als getan ist, SOLANGE WIR IMMER SO VERSTOCKT UNSERE EIGENE SUPPE DES GLAUBENS KOCHEN. Ja, auch wenn du und ich es uns ungern eingestehen wollen: es fällt uns doch relativ schwer den Glauben an andere heranzutragen, sobald wir die eigene Türschwelle verlassen. Du und ich - wir wollen es bestenfalls perfekt oder allenfalls gut machen. Aber darum geht es gar nicht. Und das hindert uns endlich mal loszulegen.

Ich möchte dir im folgenden drei Schritte (eigentlich sind es sogar vier) zeigen, wie du erfolgreich Evangelisieren kannst, ohne, dass du dich dabei innerlich quälst, ein schlechtes Gewissen hast oder dich unwohlfühlst. Und wie du über deinen eigenen Schatten springen kannst.




Eines meiner liebsten Gemälde. Michelangelo, Creazione di Adamo, 1512.


Schritt 0: Vorbereitung - die Arbeit an dir selbst


Wenn du erfolgreich Evangelisieren möchtest setzt du dir selbst einige Ansprüche. Zunächst ist es wichtig, dass du das Wort Gottes kennst, daran glaubst und danach lebst. #wirbleibenimwort und das regelmäßig, beständig und unabhängig von unseren Umständen. Eine wichtige Erkenntnis, die ich selbst gemacht habe: Du musst dich selbst annehmen, lieben& schätzen, denn wenn du dich selbst nicht akzeptierst mit all deinen Schwächen (als Gotteskind), dann wird es dir schwer fallen andere Menschen auch als wertvoll zu betrachten. Jeder ist fehlerhaft, verletzlich und nicht perfekt - Gott sei Dank. Es wäre doch so langweilig. Ich habe mir oft vorgenommen: "Sei doch mal mutiger und stehe zu deinem Glauben (und deiner Meinung!" - und diesen Vorsatz habe ich immer an irgendwelche Umstände geknüpft, z.B. "Wenn ich dann mein Kind bekommen habe, dann bin ich eine reifere Frau und werde meine Meinung frei und offen sagen, denn ich will ein Vorbild für mein Kind sein." - alles absoluter Quatsch! Und warum? Na weil Integrität nicht von äußeren Umständen abhängen darf. Integrität bedeutet, dass das, was ich denke, fühle& sagen möchte mit meinem sichtbaren Handeln übereinstimmt. Oh man, wie oft verstellen oder verstecken wir uns, nur damit wir anderen gefallen? #seiauthentisch und spiele niemanden etwas vor. Das heißt gleichzeitig aber nicht, dass du die Sau rauslassen sollst und egozentrisch leben darfst.

Mein Tipp: Reflektiere doch mal dein eigenes Sein und Handeln im Hier und Jetzt. Womit bist du zufrieden, wofür schätzt du dich selbst und was lieben andere Menschen an dir. Clustere deine Charakterstärken und -Schwächen. Was sind deine Talente, Begabungen, Interessen, Vorlieben, Sorgen, Probleme, Nöte. Was magst du an dir und was absolut gar nicht.

Du fragst dich warum das wichtig für das Evangelisieren sein sollte? Evangeliseren bedeutet für mich nicht mit einem biblischen Hammer auf Menschen willkürlich einzuschlagen und dann abzuhauen. Evangelisation bedeutet ein "Menschenfischer" zu sein. Die Vielfalt des Menschen zu kennen, zu akzeptieren und zu wertschätzen. Wie soll das bitte gehen, wenn du dich selbst nicht kennst& liebst???



Schritt 1: Beziehung bauen

Investiere dich lieber in einen Menschen richtig, anstatt in zehn nur oberflächlich.


Eine Investition bedeutet immer Zeit, Geld, materielle Dinge, physische& psychische Kraft, Geduld, usw. ... zu opfern. Wenn du einen Menschen erreichen willst, dann ist Vertrauen die Grundbedingung dafür. Und Vertrauen baut sich nur durch Beziehung auf. Stück für Stück. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich unter vielen Christen folgende Verwirrung stark etabliert hat:

"Ich muss die frohe Botschaft jedem predigen."

- und gleichzeitig wird diese Aussage für viele von uns zu einem paradoxen Diktat.

Lass es mich kurz erklären.

1. Dieses Wort müssen ist hier ganz fehl am Platz und erzeugt einen unheimlichen Druck sowie ein schlechtes Gewissen (ja, wem eigentlich gegenüber? Gegenüber Gott?).

2. Wenn ich mich zu irgendwas gezwungen oder gedrängt fühle, dann mach ich es nicht aus meinem ganzen Herzen heraus und wie, bitte sage es mir, wie kann das dann eine frohe Botschaft noch sein??? Menschen spüren, wenn bei dir eine falsche Motivation (z.B. Gewissensbisse) dahinterstecken. Und allein deswegen werden sie dir nicht wirklich zu hören wollen. Sie haben genug Druck in ihrem alltäglich Leben, da wollen sie sich nicht "zusätzlich" sowas noch antun.

3. Ich habe die Erfahrung machen müssen, dass es nicht effektiv ist, jedem, den wir sehen oder jedenfalls mit dem wir auch nur ein paar Worte gewechselt haben sofort die ganze Bibel oder unseren Glauben quasi "aufzutischen". Menschen aus der Welt, damit meine ich, die Gott nicht kennen oder an ihn Glauben rennen doch weg vor sowas, wenn wir den geistlichen Hammer schwingen - so gut es auch gemeint ist, das kann schnell schief gehen.

4. Du musst nicht predigen. Klar, ich weiß, in der Bibel steht "predigt das Evangelium". Aber ich nehme mir hier mal einfach frei raus zu sagen: Damit ist gemeint, dass du lebendig deinen Glauben lebst. Sichtbar für alle Menschen. Nicht nur in deinem Haus oder in deiner Familie. Lebe deinen Glauben mit bestimmten Prinzipien in jedem Bereich deines Lebens.

Mein Tipp: Mache dir einen Plan, was für dich ganz wichtige Lebens-& Glaubensprinzipien sind und lebe danach - immer und überall!


Folgende Punkte sollen dir helfen Beziehung aktiv zu bauen:

- Habe ein offenes Ohr für die Person, die du erreichen willst und stehe ihr wirklich ehrlich zur Seite

- Behandle sie/ ihn als einen geliebten Menschen, den du wertschätzt, trotz aller Fehler&Schwächen

- Nimm dir regelmäßig Zeit für diese Person

- Bete in deiner stillen Zeit für ihn



Schritt 2: Der erste Kontakt mit deinem Glauben

Ich hatte eine Freundin, die sich noch nicht so gut im Glauben auskannte. Sie interessierte sich aber dafür und besuchte regelmäßig unseren Hauskreis. Wir sprachen schon lange über den Glauben, diskutierten kontruktiv über religiöse Themen und alles schien sich positiv zu entwickeln. Ich freute mich sehr für sie. Dann machte ich einen entscheidenen Fehler: Sie sagte mir (endlich) zu, zum Gottesdienst in die Gemeinde zu kommen. Ich verreiste spontan und sagte ihr, dass ich nicht da sein könne, sie doch trotzdem gehen sollte, da mein Mann (der unseren Hauskreis leitet) und andere, die sie bereits gut kannte auch da wären. Dann sagte sie ab. Boom. Okay. Aber das nagte an mir und irgendwie meinem Stolz. Ich wurde etwas wütend und konnte einfach nicht verstehen, warum sie jetzt nur wegen mir nicht kommen wollte. Ich schrieb ihr das auch so. Und das war ein Fehler. Weißt du warum? Weil ich sie damit unter Druck setzte. Sie war neu im Glauben. Bildlich gesehen wie ein Baby, so ein kleines Neugeborenes - nur eben im Glauben. Und sie brauchte mich als Mama, als leitende Hand. Sie orientierte sich an mir und meinem Glauben. Und ich stieß ihr so vor den Kopf und meinte, sie solle doch nicht alles an mir festmachen. Es gehe um Gott, um Jesus und nicht um mich. Ich entschuldigte mich danach dafür. Sie war verletzt. Und wisst ihr was? Sie kam nicht mehr regelmäßig in den Hauskreis und erst recht nicht in die Gemeinde. Ich habe quasi mein Kind verstoßen. Daraus lernte ich sehr viel.

Dein Herzensmensch wird sich an deiner Art den Glauben zu leben sehr stark orientieren und vor allem zu Beginn seines Glaubenslebens daran klammern. Deswegen ist es sehr wichtig, dass du deinen eigenen Glauben immer und immer wieder reflektierst. Wo stehe ich grade? Wo möchte ich hin? Ich sage immer: Der Glaube ist wie eine Leiter zum Himmel und das Wachstum im Glauben hört niemals auf, bis wir im Himmel angekommen sind. Versuche nicht perfekt zu sein. Du wirst kläglich scheitern.


Folgende Punkte sollen dir helfen, den Menschen mit dem Glauben "positiv" zu konfrontieren:

- zeige ihm dein aktives Glaubensleben, d.h. wie du den Glauben in jeden Bereich integrierst

- erzählt und diskutiert kontruktiv über den Glauben und religiöse Themen, die euch interessieren, die ihr (noch) nicht versteht, wo ihr Zweifel habt und worin ihr zuversichtlich seid

- lade ihn/ sie zum Hauskreis oder einem christlichen Eevnt (z.B. Worship Nights sind genial dafür) ein - aber beachte: schicke ihn/ sie nicht einfach irgendwohin, sondern geht gemeinsam dahin, meistens treten zu Beginn des Glaubens sehr viele Fragen auf& viele Menschen fühlen sich trotz perfekt organisierter Welcome Teams &co. schnell unwohl



3. Schritt: Lehre und Leite

Das Ziel deiner Evangelisation ist den Menschen in ein selbständiges Leben mit Gott hinzuführen. Du wirst vermutlich immer eine wichtiger Bezugsperson für diesen Menschen bleiben. Und doch soll es dein Ziel sein, dass er selbst den Willen besitzt in die Gemeinde zu gehen und sich dort zu integrieren. Auch hier dienst du ihm wieder als ein Vorbild.


Folgende Punkte sollen dir beim Lehren und Leiten helfen:

- lest die Bibel gemeinsam

- betet gemeinsam

- diskutiert gemeinsam

- worshipped gemeinsam

- geht in die Gemeinde gemeinsam

- zeige ihm, wie er andere Menschen mit dem Evangelium erreichen kann



Auch noch wichtig& nennenswert:

"Ich habe Angst. Ich traue mich nicht."

Ich kenne es von mir selbst, dass ich  Angst habe andere Menschen auf den Glauben hin anzusprechen. Es gibt Menschen, die das können aber ich würde mich auch nicht in das Stadtzentrum von Leipzig stellen und das Evangelium laut verkünden. Das muss auch nicht jeder können! Kenne dein Level. Vor allem die Schritte 0-2 sind für dich dann wichtig, wenn es dir eher schwer fällt auf Menschen zuzugehen. Ich kenne Menschen, die haben überhaupt kein Problem andere auf der Straße anzusprechen& für sie zu beten. Ich habe das auch oft gemacht. Ich bekam dabei aber mal eine Offenbarung: Von weiten sah ich beim Spazierengehen eine Oma& ein Mädchen, das mit einer schweren Behinderung im Rollstuhl saß. Und dann kam dieses Gefühl von "Für sie sollst du beten." - ich spürte, dass war nicht mein Gewissen, sondern Gott, der das wirklich wollte. Ich tat es. Meine Offenbarung: Es gibt zwei Gründe, warum wir für andere beten oder über den Glauben reden: entweder aus unserem Gewissen heraus, damit wir uns gut danach fühlen oder weil Gott es wirklich möchte und wir von seinem Geist geleitet dem Menschen helfen wollen. Also Egoismus vs. Gotteswille. Überprüfe deine Motivation das nächste Mal.




Ich weiß aus eurem Feedback, dass ihr meine Arbeit hier als auch auf Instagram sehr wertschätzt. Euer Lob ist für mich wie Balsam für die Seele und ich freue ich jedes Mal, wenn ich jemanden mit meinen Worten erreichen konnte. Wie ihr euch vorstellen könn und es ja auch seht: Ich verdiene damit kein Geld. Weder mit den Beiträgen auf Instagram noch mit meinen Blog. Wenn es dir trotzdem auf dem Herzen liegt meine Arbeit& die investierte Zeit finanziell zu wertschätzen, dann würde ich mich darüber sehr freuen.

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Mein Herz dankt dir dafür!











In Liebe und Wertschätzung,

Josefine




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