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  • Josefine Reider

Erfolgreich Evangelisieren

Aktualisiert: 25. Nov 2020

Jesus spricht in Markus 16:15: "Geht in alle Welt und verkündigt die gute Botschaft!"

Nun ja, mal ehrlich: so einfach ist das nicht, oder? Ich habe mit den Jahren im Glauben gemerkt, dass es tatsächlich echt leichter gesagt als getan ist, SOLANGE WIR IMMER SO VERSTOCKT UNSERE EIGENE SUPPE DES GLAUBENS KOCHEN. Ja, auch wenn du und ich es uns ungern eingestehen wollen: es fällt uns doch relativ schwer den Glauben an andere heranzutragen, sobald wir die eigene Türschwelle verlassen. Du und ich - wir wollen es bestenfalls perfekt oder allenfalls gut machen. Aber darum geht es gar nicht. Und das hindert uns endlich mal loszulegen.

Ich möchte dir im folgenden drei Schritte (eigentlich sind es sogar vier) zeigen, wie du erfolgreich Evangelisieren kannst, ohne, dass du dich dabei innerlich quälst, ein schlechtes Gewissen hast oder dich unwohlfühlst. Und wie du über deinen eigenen Schatten springen kannst.




Eines meiner liebsten Gemälde. Michelangelo, Creazione di Adamo, 1512.


Schritt 0: Vorbereitung - die Arbeit an dir selbst


Wenn du erfolgreich Evangelisieren möchtest setzt du dir selbst einige Ansprüche. Zunächst ist es wichtig, dass du das Wort Gottes kennst, daran glaubst und danach lebst. #wirbleibenimwort und das regelmäßig, beständig und unabhängig von unseren Umständen. Eine wichtige Erkenntnis, die ich selbst gemacht habe: Du musst dich selbst annehmen, lieben& schätzen, denn wenn du dich selbst nicht akzeptierst mit all deinen Schwächen (als Gotteskind), dann wird es dir schwer fallen andere Menschen auch als wertvoll zu betrachten. Jeder ist fehlerhaft, verletzlich und nicht perfekt - Gott sei Dank. Es wäre doch so langweilig. Ich habe mir oft vorgenommen: "Sei doch mal mutiger und stehe zu deinem Glauben (und deiner Meinung!" - und diesen Vorsatz habe ich immer an irgendwelche Umstände geknüpft, z.B. "Wenn ich dann mein Kind bekommen habe, dann bin ich eine reifere Frau und werde meine Meinung frei und offen sagen, denn ich will ein Vorbild für mein Kind sein." - alles absoluter Quatsch! Und warum? Na weil Integrität nicht von äußeren Umständen abhängen darf. Integrität bedeutet, dass das, was ich denke, fühle& sagen möchte mit meinem sichtbaren Handeln übereinstimmt. Oh man, wie oft verstellen oder verstecken wir uns, nur damit wir anderen gefallen? #seiauthentisch und spiele niemanden etwas vor. Das heißt gleichzeitig aber nicht, dass du die Sau rauslassen sollst und egozentrisch leben darfst.

Mein Tipp: Reflektiere doch mal dein eigenes Sein und Handeln im Hier und Jetzt. Womit bist du zufrieden, wofür schätzt du dich selbst und was lieben andere Menschen an dir. Clustere deine Charakterstärken und -Schwächen. Was sind deine Talente, Begabungen, Interessen, Vorlieben, Sorgen, Probleme, Nöte. Was magst du an dir und was absolut gar nicht.

Du fragst dich warum das wichtig für das Evangelisieren sein sollte? Evangeliseren bedeutet für mich nicht mit einem biblischen Hammer auf Menschen willkürlich einzuschlagen und dann abzuhauen. Evangelisation bedeutet ein "Menschenfischer" zu sein. Die Vielfalt des Menschen zu kennen, zu akzeptieren und zu wertschätzen. Wie soll das bitte gehen, wenn du dich selbst nicht kennst& liebst???



Schritt 1: Beziehung bauen

Investiere dich lieber in einen Menschen richtig, anstatt in zehn nur oberflächlich.


Eine Investition bedeutet immer Zeit, Geld, materielle Dinge, physische& psychische Kraft, Geduld, usw. ... zu opfern. Wenn du einen Menschen erreichen willst, dann ist Vertrauen die Grundbedingung dafür. Und Vertrauen baut sich nur durch Beziehung auf. Stück für Stück. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich unter vielen Christen folgende Verwirrung stark etabliert hat:

"Ich muss die frohe Botschaft jedem predigen."

- und gleichzeitig wird diese Aussage für viele von uns zu einem paradoxen Diktat.

Lass es mich kurz erklären.

1. Dieses Wort müssen ist hier ganz fehl am Platz und erzeugt einen unheimlichen Druck sowie ein schlechtes Gewissen (ja, wem eigentlich gegenüber? Gegenüber Gott?).

2. Wenn ich mich zu irgendwas gezwungen oder gedrängt fühle, dann mach ich es nicht aus meinem ganzen Herzen heraus und wie, bitte sage es mir, wie kann das dann eine frohe Botschaft noch sein??? Menschen spüren, wenn bei dir eine falsche Motivation (z.B. Gewissensbisse) dahinterstecken. Und allein deswegen werden sie dir nicht wirklich zu hören wollen. Sie haben genug Druck in ihrem alltäglich Leben, da wollen sie sich nicht "zusätzlich" sowas noch antun.

3. Ich habe die Erfahrung machen müssen, dass es nicht effektiv ist, jedem, den wir sehen oder jedenfalls mit dem wir auch nur ein paar Worte gewechselt haben sofort die ganze Bibel oder unseren Glauben quasi "aufzutischen". Menschen aus der Welt, damit meine ich, die Gott nicht kennen oder an ihn Glauben rennen doch weg vor sowas, wenn wir den geistlichen Hammer schwingen - so gut es auch gemeint ist, das kann schnell schief gehen.

4. Du musst nicht predigen. Klar, ich weiß, in der Bibel steht "predigt das Evangelium". Aber ich nehme mir hier mal einfach frei raus zu sagen: Damit ist gemeint, dass du lebendig deinen Glauben lebst. Sichtbar für alle Menschen. Nicht nur in deinem Haus oder in deiner Familie. Lebe deinen Glauben mit bestimmten Prinzipien in jedem Bereich deines Lebens.

Mein Tipp: Mache dir einen Plan, was für dich ganz wichtige Lebens-& Glaubensprinzipien sind und lebe danach - immer und überall!


Folgende Punkte sollen dir helfen Beziehung aktiv zu bauen:

- Habe ein offenes Ohr für die Person, die du erreichen willst und stehe ihr wirklich ehrlich zur Seite

- Behandle sie/ ihn als einen geliebten Menschen, den du wertschätzt, trotz aller Fehler&Schwächen

- Nimm dir regelmäßig Zeit für diese Person

- Bete in deiner stillen Zeit für ihn