Kindheit

Was wir als Kinder erleben prägt uns tief bis in unser Erwachsenenalter. Hier erzählen euch Frauen von ihren erschütternden Kindheitserlebnissen und wie Gott ihre zerbrochenen Herzen heilte. 

Das verlorene Zigeunermädchen, das zu Jesus Christus fand 

Als aller erstes möchte ich Gott danken, ihn loben und preisen, dass er in mein Leben kam& mich gerettet hat. Hallelujah! 

 

Nichts in dieser Welt möchte ich mehr, als nur noch deinen Namen & deine Wunder anderen Menschen näher zu bringen.                            

Meine Kindheit

Schon vor meiner Geburt wurde klar, dass mein Leben ein Abenteuer wird.                                                                    

Meine Eltern sind beide Sinti Roma, die in Kosovo lebten und sich dort kennen lernten.

Mein Vater stammt aus einer muslimischen Familie; wonach auch er streng erzogen wurde. Meine Eltern haben sich kennengelernt, als meine Mutter erst um die 13-14 Jahre alt war. Er war bereits 24. Und er bot ihrer Familie um die 30.000 DM, um meine Mutter heiraten zu dürfen. 

Die Heirat meiner Eltern hatte niemand gesegnet und doch haben sie sich beide für einander entschieden. Recht schnell wurde meine Mutter mit mir schwanger. Ich erblickte das Licht der Welt, da war sie 15 Jahre alt. Und direkt nach mir kamen noch 3 weitere Geschwister. Anfangs führten die beiden wohl eine glückliche Ehe, jedenfalls wurde es mir von mehren Seiten so bestätigt. Doch wenn ich so zurückdenke, ist meine Erinnerungen von viel Streit und Gewalt geprägt. Zwar gab es auch schöne Momente, doch die Gewalt meines Vaters gegenüber meiner Mutter, der Streit der Familien trüben meine Kindheitserinnerungen. Ich erinnre mich, dass ich oft als Kind allein durchs Dorf gelaufen bin. Meine Mutter hatte sich wirklich viel Mühe gegeben eine gute Mutter zu sein aber sie war einfach zu jung und zu unerfahren. Meine Eltern hatten keine konservative Sichtweise auf viele Dinge und haben deswegen einiges sehr locker gesehen. 

Ich kann mich gut erinnern, als sie beispielsweise mit uns Kindern ein Picknick vor einer Kirche gemacht haben und diese auch mit uns besichtigt haben.  Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich hoch geschaut habe, über diese ganzen Gläser und die ganzen Engelsbilder. Und da waren diese Abbildungen von Jesus, die mich so sehr beeindruckt haben. Wie wunderschön ich sie fand. Während meiner Kindheit und Jugendzeit habe ich noch oft davon geträumt. 

Es kam der Tag als sie sich trennten… auch das habe ich noch bildlich vor meinen Augen. Mein Vater hatte sich auf seinen berufsbedingten Reisen in eine andere Frau verliebt und sie auch zu sich genommen. Meine Mutter war am Boden zerstört und wollte die Trennung verhindern. Sie hatte ihm sogar angeboten, dass sie, also unsere Mutter, bei ihm als Zweitfrau im Haus bleiben würde, damit sie bei uns Kindern sein kann. Er lehnte ab, weil er mit seiner neuen Partnerin alleine sein wollte. In unseren Familien ist so etwas entstanden, was ich als einen Krieg bezeichnen würde. Hier ging es nämlich um die Familie! Und um Ehre! Kurz darauf ist der wahre Krieg in Kosovo ausgebrochen und wir mussten flüchten. Mein Vater gewann den Streit und so kam es, dass er uns vier Kinder mit der neuen Frau nach Deutschland nahm. Hier angekommen hatte diese Frau uns von Anfang an gezeigt und spüren lassen, dass wir unerwünscht sind. Zuerst nur mit kleinen Sticheleien, wenn mein Vater nicht hinsah. Dann wurden diese aber immer schlimmer. Bis zu den Tag, als sie uns gegenüber auch handgreiflich wurde und sogar misshandelte. Sie gab uns tagelang nichts zu essen, sie geduschte uns nicht und wir bekamen keine saubere Kleidung angezogen. Meiner kleineren Schwester hat sie einen Stuhl über den Kopf geschlagen, so dass sie ins Krankenhaus musste. Meine jüngste Schwester hatte es am schlimmsten erwischt. Sie musste mit ihr den ganzen Tag zu Hause bleiben, während wir in die Schule gingen. Oftmals, wenn mein Vater mal nach Hause in Asylbewerberheim kam, war er betrunken. Ich gehe stark davon aus, dass er einfach mit der ganzen Situation nicht zurechtkam. Neues Land, neue Sprache, dann dieses Reuegefühl meiner Mutter gegenüber, weil er merkte, was für eine Frau er da mitgenommen hatte. Und seine eigene Familie hatte sich Stück für Stück von ihm abgewandt.          

Er hatte plötzlich alle gehasst. Sich selbst, seine neue Frau und vor uns machte seine Wut keinen Halt. Ich bin oft mit Tränen in den Augen eingeschlafen und als ich anfing immer mehr nach meiner Mutter zu verlangen, haben sie mir einfach erzählt sie wäre Tod…… für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Ich wollte mit 8 Jahren am liebsten schon tot sein. Mit 9 Jahren wurde ich vergewaltigt von einem Mann, den diese neue Frau kannte.  Einigen Monaten später konnte ich es nicht mehr aushalten. Nach einem Tag an dem ich mal wieder verprügelt wurde, habe ich das nächste Jugendamt nach der Schule aufgesucht und bettelte dort um Hilfe. Als sie die ganzen Symptome an meinem Körper sahen, ging alles auf einmal ganz schnell. Meine Geschwister wurden abgeholt samt unseren Sachen. Das Gespräch zu meinem Vater wurde gesucht, damit er sich äußern kann. Da er sehr aggressiv gegenüber der Mitarbeiterin und mir war, wurden wir im Kinder- und Jugendnotdienst in Obhut genommen. Er hatte noch versucht uns da raus zu holen, ohne Erfolg. Wir wollten nicht mehr zurück. Das Sorgerecht wurde ihm nach einigen Jahren sogar entzogen. 

 

Meine Jugend  

Ab meinem 12. Lebensjahr habe ich eine Psychiatrie nach der anderen besuchen müssen. Mit 14 erfuhr ich, dass meine Mutter lebt. Durch das Jugendamt wurde es mir ermöglicht sie auch zu sehen.  Wie der Kreislauf des Lebens so spielt, war ich zu diesem Zeitpunkt auch mit meinem ersten Sohn schwanger. Als ich das meiner Mutter und ihrer Familie erzählte, wurden sie alle ganz hecktisch und versammelten sich alle vor mich und versuchten mich zu überreden das Kind abzutreiben. Das gefiel mir gar nicht und das habe ich ganz klar und deutlich gezeigt. Nach einigen Tagen fuhren wir wieder zum Heim und von da an habe ich wieder jahrelang nichts mehr von meiner Mutter gehört. Selbst als ich über Facebook versucht habe, sie über die Familie zu finden, wollte mir keiner eine Auskunft geben. Meine drei Geschwister gerieten immer mehr in Schwierigkeiten und zeigten ebenfalls Verhaltensauffälligkeiten, die leider so stark wurden, dass sie alle in unterschiedlichen Heimen untergebracht wurden. Ich war also nur noch die einzige von uns dort. Mit 15 habe ich dann auch ins Mutter – Kindheim wechseln müssen, da mein Sohn zur Welt kam. Ich machte währenddessen meinen Schulabschluss und begann eine Lehre. Durch meinen Sohn habe ich sowas wie Heilung erfahren. Da habe ich das erste Mal wahre Liebe empfunden und empfangen können. Also habe ich alles daran gesetzt, dass es ihm besser geht als mir. Seinen Vater habe ich verlassen als ich 17 war. Er selbst war noch jung und mit meiner Vaterrolle überfordert. Ich hatte Verständnis für ihn und nehme es ihm bis heute nicht übel. 

 

Volljährigkeit

Anfangs schien es ganz gut für mich zu laufen. Ich hatte mit 18 meine eigene Wohnung. Gespart hatte ich vorher auch genug für meine Möbel und durch das Jugendamt wurde ich auch reichlich unterstützt, damit ich einen guten Start in mein Erwachsenenleben habe. Meine Ausbildung hatte ich auch in der Tasche….. tja, und nun stand ich mit allem alleine da. Keine Familie und auch nicht wirklich wahre Freunde, (außer die aus meiner Ausbildung). Bis ich 20 wurde lief das trotzdem ganz gut. Ich ging jeden Tag um 5.30 Uhr aus dem Haus. Von 7-16.15 Uhr war ich arbeiten und um 17. 30 Uhr spätestens zu Hause…. Doch dann habe ich einen Burnout bekommen. Dieser war so stark, dass ich meinen Sohn für ein Jahr lang weg geben musste. Während dieser Zeit habe ich den Vater meines zweiten Sohnes kennengelernt, der sehr starke narzisstische Züge hatte und dementsprechend verlief auch unsere Beziehung. Er ging mir oft fremd, er wurde handgreiflich mir und meinem großen Sohn gegenüber und er log, wo es nur ging. Auch als ich schwanger wurde hatte er mit seinem Verhalten keinen Halt gemacht. Trotzdem bin ich ihm hinterhergezogen, weil er als Soldat im Norden seine Kaserne hatte. Als er wieder handgreiflich wurde  und das vor den Kindern, habe ich ihn rausgeworfen. Obwohl ich ihn am liebsten nicht verlassen hätte. Zu diesem Zeitpunkt habe ich ihn mehr geliebt als mein eigenes Leben….. und doch wusste ich, wenn ich das nicht sofort beende würden meine Kinder genau so aufwachsen wie ich……  Ich habe versucht im Osten wieder Anschluss zu finden. Leider habe ich ihn nicht gefunden. Die leibliche Oma von meinem kleinen Sohn hatte das alles mitbekommen. Auch, dass ich zum Beispiel ihren Sohn unter Druck gesetzt habe, er solle sich hin und wieder um seinen Sohn kümmern. Als sie merkte, wie stark das an meine Nerven ging, bot sie mir ihre Hilfe an und sagte, sie würde sich kümmern wollen. Also hatte sie mir erstmal den großen abgenommen aber auch nur unter der Bedingung, dass das über das Jugendamt laufen würde und sie sozusagen Pflegemutter wird. Ich dachte ja gut, wenn es nur vorübergehend ist und sie mir hilft eine Wohnung zu finden, warum nicht. Dann haben meine Kinder wenigstens eine Chance auf eine Familie. Aus einem Jahr wurden zwei. Was ich vorher nicht wusste, sie hatte selbst mit psychischen Probleme zu kämpfen. Mein Sohn musste bei ihr schreckliche Sachen miterleben, wodurch ich ihn da rausholen musste. Ich selbst hatte bis dahin immer noch keine Wohnung gefunden, sondern wanderte von WG zu WG mit meinem kleinen Sohn. 

 

Mein Weg zu Jesus 

Angefangen mich mit dem Christentum zu beschäftigen habe ich auch erst vor zwei Jahren. Da lernte ich einen jungen Mann kennen, mit dem ich inniger wurde. Er hatte oft eine Bibel unter seinem Kopfkissen. Er hat sich jedes Mal daran bedient, wenn es ihm sehr schlecht ging oder wenn er sich so verloren fühlte. Ich wusste zwar, dass er nicht unbedingt danach lebte aber ich habe sehen und beobachten können, wie viel Frieden er hatte während dieser kleinen Momente mit Gott. Es hat mich wirklich sehr beeindruckt und so kam es, dass ich mich mehr mit Jesus und Gott zu beschäftigen begann. Je mehr Bibelverse ich las, desto schöner fand ich sie und umso mehr wollte ich darüber erfahren. Ich begann immer wieder Bibelverse zu zitieren, aber das war noch lange nicht der Punkt, wo ich Jesus annehmen konnte. Ich dachte, es reicht einfach, wenn ich ein paar Bibelverse lese aber so richtig tief im Herzen hatte ich ihn leider immer noch nicht spüren können. 

 

Da stand ich also. Mit zwei Kindern in einem Zimmer, was grade mal 17qm hatte. Mit einem Kindergartenkind und einem Schulkind, das langsam pubertierte…. Während dieser Zeit wuchs mein Wunsch meine Mutter wiederzusehen. Ich hatte so die …. voll davon, dauernd alleine durch diese Welt zu wandeln, nicht zu wissen, wo ich selbst hingehöre. Also habe ich mich mit allen Familienmitglieder angelegt. Sie ließen mich irgendwann mit ihr über das Telefon sprechen, doch hatte sie mir nichts nettes zu sagen. Mein Vater auch nicht. Er war sauer, dass ich die Familien so aufgemischt hatte, weil ich „meinen Willen durch setzen wollen würde und mich nicht an deren Regeln halten. Zigeunern ist es untersagt, wenn jemand sich trennt, den Kontakt noch einmal wiederherzustellen.“ Meine Mutter hat sieben weitere Kinder gezeugt und mein Vater weitere fünf mit seiner Frau. Als manche von ihnen dann erfuhren, dass es noch weitere vier Kinder gibt, war für sie eine Katastrophe.  

Ich war voller Wut und Verzweiflung und obwohl ich so viel schon vorher erlebt hatte, dachte ich „Okay, das war jetzt der krönende Abschluss….!“

 

 Und erst im März/ April 2020 habe ich nach Gott geschrien. Ich habe so sehr nach Gott geschrien, wie in meinem ganzen Leben noch nie. Ich habe ihn angebetet und angefleht 

„Bitte zeige mir den richtigen Weg“. „Bitte hilf’ mir aus meiner Situation heraus!“ Denn in der Sumpf, in dem ich so sehr steckte, der war verdammt tief. Ich dachte ich war noch nie so tief in meinem in meinem ganzen Leben. Und das, obwohl ich schon einige Male davor in krassen Schwierigkeiten steckte. Verursacht durch Familien und auch durch mein eigenes Verschulden. Und Gott hat meine Gebete erhört. 

Und er hat mich zu einem weiteren Mann gebracht, der sogar christlich aufgewachsen und streng erzogen wurde. Aber auch er, naja ich möchte nicht näher drauf eingehen,  ich denke er war eher dabei sich von Gott zu entfernen, während ich die Nähe zu Gott suchte. 

 

 

Ich habe angefangen mich mehr mit Gottes Wort zu beschäftigen. Also war diese Begegnung mit dem jungen Mann auch dafür gedacht, dass ich Jesus endlich als meinen Herren annehme.

Wahrlich ich kann euch sagen, Jesus lebt noch heute in seinem Wort. Alle negativen Gedanken, die ich hatte, wurden aufgelöst. Ich habe  mich von der Sünde abgelöst mit jemanden zu schlafen der nicht mein Ehemann ist. Jesus hat mich von Antidepressiva abgelöst,  obwohl ich dachte, dass ich davon nie wieder loskommen würde. Nun nehme ich sie schon seit einigen Monaten nicht mehr. 

Ich habe mich noch nie so frei gefühlt. Er hat mir all die Hassgefühle genommen. Und er zeigt mir durch die Bibel jeden Tag mehr, wie sehr er mich liebt und wie wichtig ich ihm bin.

Ich schlafe endlich durch und habe keine Albträume mehr. Durch regelmäßige Gebete, habe ich Power für den ganzen Tag. Ich überlege lieber zwei Mal, wenn mich etwas ärgert, ob ich das wirklich sagen soll und denke dabei an Jesus. Ich habe wieder einen geregelten Tagesablauf und kümmere mich wieder um wichtige Sachen.

 

Ich habe allen Menschen verziehen, die mir jemals Leid zugefügt haben. Ich kann besser auf Menschen zu gehen und bin wieder viel offener. Ich singe und tanze vor mich hin und würde am liebsten allen Menschen dieses Wunder zeigen und ihnen davon erzählen. Ich könnte jetzt allein nur durch das Schreiben vor Freude nur Weinen. Wer glaubt wird gerettet werden;  zu 100 Prozent! Hallelujahh!

 

Lieber Bruder, Liebe Schwester, lass dir von mir sagen: Egal, was du erlebt hast, Jesus wartet nur darauf dich verändern zu können. Er wartet, dass du seine Liebe annimmst! Lass’ dich von ihm führen und du wirst Heilung erfahren! Hallelujah!

 

Ich wünsche euch Gottes Segen. Möge er sich jedem offenbaren, der nach ihm sucht, AMEN!

Wenn ich dir irgendwie behilflich sein kann, dann lass es mich wissen! 

p.S.: Suche dir bitte eine Gemeinde! Wir sollten nicht länger alleine durch diese Welt wandeln, den wir sind eine Familie in Jesus!  

Sanela

 

 

 

 

Du hast Fragen an Sanela?

Befindest du dich in gleicher oder ähnlicher Situation?

Dann lass es mich wissen. Nutze hierfür bitte das Kontaktfeld auf der Startseite.

©2020 Meine Zeit mit Gott by Josefine Reider